Einblicke in den Klinikalltag

Jasper leistet sein FSJ im Herz-Jesu-Krankenhaus in Hiltrup

Bis vor kurzem hat Jasper um 6 Uhr morgens noch im Bett gelegen. Heute steht er dann längst auf den Beinen zum Schichtbeginn auf der internistischen Abteilung im Herz-Jesu-Krankenhaus in Hiltrup. Seit einem halben Jahr ist der 18jährige aus Warendorf dort und leistet sein Freiwilliges Soziales Jahr, kurz FSJ, ab. Zusammen mit 10 weiteren FSJlern in diesem Krankenhaus unterstützt er die Pflegekräfte und bekommt dabei wertvolle Einblicke in den Alltag einer Klinik.

Zu seinen ersten Aufgaben am Morgen gehört die Übergabe aus der Nacht, an die er auch als FSJler teilnehmen darf, um dann den Morgenrundgang zu starten: Die Vitalwerte der Patienten müssen gemessen werden wie etwa Blutdruck, Puls und Körpertemperatur. Er unterstützt dann bei der Pflege, hilft Patienten und kümmert sich schließlich auch um das Verteilen des Essens. Und wenn Patienten nach einem Pfleger rufen, ist Jasper zur Stelle. Er hilft auch dann, wenn mal der Patient beim Gang auf die Toilette Unterstützung oder Hilfe bei der Körperpflege benötigt. „Einige Aufgaben waren zu Beginn ungewohnt für mich“ sagt er, „da habe ich viele neue Erfahrungen gemacht. Und mittlerweile ist das auch kein Problem mehr für mich“. Neben den alltäglichen Aufgaben bekommt Jasper auch viele Einblicke in medizinische Bereiche. So konnte er bei einer Bauchwasserpunktion hospitieren, wobei der Arzt Flüssigkeit, die sich in der Bauchhöhle angesammelt hat, dem Patienten entnommen hatte. „Die Ärzte sind da ganz offen und erklären viel“ sagt er. Auch im Vorfeld seines Freiwilligen Jahres konnte Jasper bereits auf den Stationen hospitieren und in andere Bereiche reinschauen. Nachdem er dann im OP hospitierte, war für ihn klar, dass er lieber mit Patienten arbeiten und direkt in der Pflege eingesetzt werden möchte. Dann entschied er sich ganz bewusst für die internistische Station.

Mit einigen Patienten hat er schon seit vielen Wochen Kontakt. „So lernt man die Menschen erst richtig gut kennen“, meint der 18jährige. „Die Gespräche mit den Patienten hier machen mir ohnehin besonders Spaß. Viele erzählen mir aus ihrem Leben. Dafür ein offenes Ohr zu haben ist auch eine Aufgabe von mir“. Denn klar ist: Examinierte Fachkräfte haben nicht immer die Zeit, die die jungen Menschen im Freiwilligendienst haben. Für viele Dinge kann er sich die Zeit nehmen, die andere hier nicht haben.

Nach der Schule wollte Jasper auf jeden Fall im Krankenhaus seinen Freiwilligendienst machen. Nicht nur Erfahrungen und Einblicke, auch sein Fachabitur kann er durch das FSJ erwerben. Danach schließt sich für ihn ein duales Studium zum Krankenpfleger an. Der Freiwilligendienst hat ihn in dieser Entscheidung klar gestärkt. „Vor dem Jahr wollte ich eine Ausbildung im Rettungsdienst machen. Aber die Arbeit hier macht mir so großen Spaß, dass ich die Ausbildung hier machen möchte.“ Und weil auch seine Einsatzstelle zufrieden mit ihm ist, kann er nach seinem FSJ direkt dort seine Ausbildung starten.  „Das ist natürlich eine gute Sache für beide Seiten. Ich weiß jetzt ganz genau, was mich in der Ausbildung erwartet, und die Einsatzstelle konnte mich durch das FSJ schon kennenlernen“, meint Jasper. Er hofft nun, dann auf der internistischen Abteilung bleiben zu können, denn „hier fühle ich mich wohl, das Team ist sehr gut, ich wurde hier super aufgenommen“.

Was hat sich für Jasper nach diesem Jahr verändert? „Ich bin selbstbewusster und ruhiger im Umgang mit Patienten geworden. Man wird einfach gelassener, wenn man das schon kennt“, sagt er. Dennoch ist für ihn klar, dass die Aufgaben im Krankenhaus sicher nicht für alle jungen Menschen etwas wären: „Wer kein Blut sehen kann, für den ist diese Einsatzstelle nichts.“

Doch für ihn hat sich das Jahr gleich dreifach gelohnt: Er hat nun sein Fachabitur, konnte viele Erfahrungen sammeln und hat durch das FSJ seine Ausbildungsstelle gefunden.

Jetzt für FSJ oder BFD bewerben!