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Erste Hilfe lehren, Selbstvertrauen gewinnen

Birte hat ihr FSJ in der Erste Hilfe-Ausbildung beim DRK Münster gemacht

Wie bist du zum Freiwilligendienst gekommen?

Nach meinem Abi stand ich  vor der Frage: Was mache ich jetzt? Ich habe einen älteren Bruder, der nach dem Abitur ganz klassisch nach Australien gegangen ist, aber mich hat es nicht ins Ausland gezogen. Für mich war ziemlich schnell klar, dass ich zunächst etwas Praktisches machen möchte. Gleichzeitig wusste ich aber auch, dass ich später studieren will. Also brauchte ich eine sinnvolle Zwischenstation. So bin ich auf das Freiwillige Soziale Jahr gestoßen.

Ich habe mich dann gefragt, wohin es mich zieht. Ich war früher mal in einem DRK-Kindergarten und mein Opa hat beim DRK Essen auf Rädern ausgeliefert. Deshalb habe ich mich erstmal dort umgesehen. Da ich ursprünglich mit dem Gedanken gespielt hatte, Lehramt zu studieren, fand ich die Stelle in der Erste-Hilfe-Ausbildung besonders passend.

Was waren deine Aufgaben?

Anfangs haben ich viel Material vorbereitet: Ich habe Autos für die Kurse gepackt und die Kursräume ausgestattet. Aber es ging auch ziemlich schnell los mit der Ausbildung. Um selbst Erste-Hilfe-Ausbilder*in zu werden, muss man zuvor eine Sanitätsdienstausbildung absolvieren. Die hatte ich direkt in der ersten oder zweiten FSJ-Woche. Ich hatte das Glück, gemeinsam mit einem anderen FSJler zu starten, mit dem ich mich super ergänzt habe.

Im Oktober folgte dann die Ausbildung zur Erste-Hilfe-Ausbilderin. Das war eine tolle Zeit, in der ich Freundschaften geschlossen habe, die bis heute bestehen. Von Beginn an habe ich als Praktikantin an Kursen teilgenommen und konnte beobachten, wie verschiedene Ausbilder*innen ihre Kurse gestalten und mit Gruppen arbeiten. Ich durfte schon früh einzelne Kursteile übernehmen. Nachdem ich meine Ausbildung abgeschlossen hatte, habe ich dann schnell meinen ersten eigenen Kurs gegeben. Danach habe ich regelmäßig zwei bis drei Kurse pro Woche gehalten.

Zwischendurch waren wir auch an Schulen, haben dort Erste-Hilfe-Kurse für Kinder gegeben und einen Schulsanitätsdienst begleitet. Dadurch konnte ich gut herausfinden, ob ein Lehramtsstudium wirklich das Richtige für mich ist.

Was hat dir besonders gut gefallen?

Die Abwechslung! Man denkt zuerst, ein Erste-Hilfe-Kurs läuft immer gleich ab. Aber das stimmt nicht. Jede Gruppe ist anders, jeder Kurs verläuft unterschiedlich.

Besonders spannend waren auch die außergewöhnlichen Einsätze. Wir sind zum Beispiel mit dem Rettungswagen an Schulen oder in Kindergärten gefahren. Ich habe mit den Kindern Erste Hilfe geübt, während meine Kolleg*innen ihnen den Rettungswagen gezeigt haben. Das war jedes Mal ein Highlight!

Was waren Herausforderungen, mit denen du in deinem Freiwilligendienst umgehen musstest?

Die ersten eigenen Kurse waren natürlich sehr aufregend. Aber man wird nicht allein gelassen. Zu Beginn kann man immer noch eine erfahrene Person mitnehmen und bekommt viel Unterstützung.

Da wir mit Menschen arbeiten, kann auch mal etwas Unvorhergesehenes passieren. Ich hatte zum Beispiel einmal einen Teilnehmer, der sich nicht angemessen verhalten hat. In dem Moment war ich sehr froh, dass im Büro nebenan Kolleg*innen waren, die mir helfen konnten.

Was hast du gelernt?

Das sichere Auftreten vor Gruppen habe ich wirklich gelernt und verinnerlicht. Heute im Studium merke ich, dass sich viele nicht trauen, vor anderen zu sprechen. Für mich ist das inzwischen ganz selbstverständlich – ich stelle mich auch ohne Problem vor einen vollen Hörsaal. Außerdem habe ich gelernt, mich gut selbst zu organisieren. Wenn ein Kurs anstand, habe ich die Startzeit und Adresse bekommen. Alles Weitere – Anreise, Materialvorbereitung und Zeitmanagement – lag in meiner Verantwortung.

Wie ging es nach dem FSJ für dich weiter?

Ich habe während des FSJs, in dem ich viele Kurse an Schulen gegeben habe, festgestellt, dass Lehramt nichts für mich ist. Stattdessen habe ich dann mein Studium der Sozialen Arbeit begonnen und habe mich jetzt auf Gesundheitsbezogene Soziale Arbeit fokussiert. Das FSJ war also der erste Schritt in mein zukünftiges Berufsfeld.

Auch nach meinem FSJ bin ich dem DRK Münster treu geblieben und gebe als Übungsleiterin weiterhin Erste Hilfe-Kurse. Die Tätigkeit ist flexibel mit meinem Studium vereinbar und es macht mir einfach Spaß! Ich bin auch im Sportbereich als Übungsleiterin aktiv und übernehme gerne Kurse in Sportvereinen und sozialen Einrichtungen.

Was würdest du anderen raten, die überlegen, ein FSJ in der Ersten Hilfe zu machen?

Auf jeden Fall machen! Es war wirklich die beste Zeit meines Lebens, in der ich mich persönlich am meisten weiterentwickelt habe. Im FSJ konnte ich mich ausprobieren und habe viel über mich selbst gelernt.

"Das FSJ war die beste Zeit meines Lebens, in der ich mich persönlich am meisten weiterentwickelt habe. Im FSJ konnte ich mich ausprobieren und habe viel über mich selbst gelernt. ", schaut Birte auf ihren Freiwilligendienst zurück.