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Realistische Einblicke in den Berufswunsch

Paulina macht ihr FSJ im Klinikum Dortmund

Wie bist du zum Freiwilligendienst gekommen?

Ich mache einen Freiwilligendienst, weil ich schon früh wusste, dass ich gerne im sozialen Bereich arbeiten möchte und nach dem Abitur einen konkreten Plan haben wollte. Da ich einen strukturierten Alltag bevorzuge, hat mir die Berufsberatung an meiner Schule einen Freiwilligendienst vorgeschlagen. Je länger ich mich damit beschäftigt habe, desto attraktiver fand ich diese Möglichkeit. Außerdem habe ich viele ältere Freund*innen, von denen einige bereits ein FSJ absolviert haben.

Warum hast du dich für deine Einsatzstelle entschieden?

Ich habe mich für meine Einsatzstelle entschieden, weil ich bereits in der elften Klasse an einem Projektkurs auf der Geriatrie dieses Krankenhauses teilgenommen habe. Dort führten wir mit den Patient*innen kognitive Tests durch, die speziell zur Erkennung von Demenzerkrankungen entwickelt wurden. Da ich mich lange Zeit nicht zwischen einem Psychologie- und einem Medizinstudium entscheiden konnte, wollte ich noch einmal Einblicke in den Krankenhausalltag gewinnen. Aktuell bin ich auf der kardiologischen Station eingesetzt.

Was sind deine Aufgaben in deiner Einsatzstelle?

Ich unterstütze die examinierten Pflegekräfte häufig bei der Körperpflege und der Lagerung von Patient*innen. Außerdem messe ich regelmäßig die Vitalzeichen, also Blutdruck, Sauerstoffsättigung und Puls. Zu meinen täglichen Aufgaben gehört auch das Schreiben von EKGs und die Messung des Blutzuckers von Patient*innen mit Diabetes. Auch Botengänge und Hygienemaßnahmen gehören zu meinem Tätigkeitsbereich.

Was gefällt dir besonders gut an deiner Arbeit?

Besonders gerne arbeite ich mit den Patient*innen. Ich kümmere mich gerne um Menschen, die Unterstützung benötigen, und versuche, ihnen ein Lächeln ins Gesicht zu zaubern. Gleichzeitig finde ich es spannend, Einblicke in die pflegerischen Tätigkeiten zu bekommen. Vor allem als zukünftige Medizinstudentin ist es interessant, die Zusammenarbeit und den Austausch zwischen Pflegekräften und Ärzt*innen mitzuerleben.

Was sind Herausforderungen, mit denen du in deinem Freiwilligendienst umgehen musst?

Durch meinen Freiwilligendienst bin ich leider schon häufiger mit dem Thema Tod in Berührung gekommen. Gerade am Anfang belastet einen das natürlich sehr. Wer selbst schon einmal einen Menschen verloren hat, kann nachvollziehen, wie schwer eine solche Situation für die Angehörigen sein muss. Auf der Kardiologie betreuen wir außerdem häufig ältere Patient*innen, die an Demenz erkrankt sind oder keine Angehörigen mehr haben.

Eine weitere Herausforderung für mich war die Erkenntnis, dass ich den Arztberuf teilweise idealisiert hatte. Durch den Freiwilligendienst bekommt man einen realistischen Einblick in den Arbeitsalltag. Der Kontakt mit den Patient*innen bestärkt mich jedoch immer wieder in meinem Wunsch, später selbst Ärztin zu werden.

Was hast du in deinem Freiwilligendienst gelernt?

Der Freiwilligendienst hat mich auf jeden Fall selbstbewusster und kommunikativer gemacht. Außerdem bin ich kritikfähiger geworden und habe gelernt, wie wichtig Teamarbeit ist.

Inwiefern unterstützt dich das DRK als Träger in deinem Freiwilligendienst?

Das DRK unterstützt die Freiwilligen auf vielfältige Weise. Während der Seminarwochen gibt es beispielsweise Reflexionsgruppen, in denen man sich über die Erfahrungen in der Einsatzstelle austauschen kann. Falls Probleme auftreten, hilft die zuständige Ansprechperson beim DRK dabei, gemeinsam Lösungen zu finden.

In meinem Fall habe ich meine Arbeitszeit für drei Monate reduziert, weil ich parallel für den Medizinertest gelernt habe. Das DRK hat mich dabei unterstützt und gemeinsam mit der Einsatzstelle nach einer passenden Lösung gesucht.

Hast du schon Pläne oder Ideen, was du nach deinem Freiwilligendienst machen möchtest?

Ich möchte gerne direkt nach meinem Freiwilligendienst mit dem Medizinstudium beginnen. Die Bewerbungsphase läuft allerdings noch und ich warte derzeit auf das Ergebnis des Medizinertests.

"Der Freiwilligendienst hat mir gezeigt, wie der Krankenhausalltag wirklich aussieht und meinen Wunsch, Medizin zu studieren, trotz aller Herausforderungen bestätigt" , fasst Paulina ihren Freiwilligendienst zusammen.